Kinofilme (Auswahl)

Als Regie & Buch

Filmplakat Eine deutsche Partei

Eine deutsche Partei

Kinodokumentarfilm · 2022 · 110 Min.

Ein Blick ins Innere der AfD, jenseits medialer Aufgeregtheit. Simon Brückners exklusiver Zugang auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene führt in die Hinterzimmer einer umstrittenen und mit internen Konflikten ringenden Partei. Ein frappierendes Gesamtbild entsteht, zusammengesetzt aus genau beobachteten Einzelszenen, ohne äußere Beeinflussung oder sprachlichen Kommentar. Direct Cinema im Kommunikationsraum einer Organisation, deren radikale Flügelkandidaten gegen vermeintlich Moderate kämpfen. Unaufhaltsam driftet das System AfD immer weiter nach rechts. Das mit soziologischem Gespür ermittelte filmische Mosaik konfrontiert das Publikum mit einer Parallelwelt, die für viele Parteigänger längst Normalität geworden ist. Durch Grauzonen hindurch, manchmal bedrückend alltäglich oder banal, öffnen sich die Abgründe des Extremismus. Eine deutsche Partei ist das unbequeme Dokument einer historischen Bestandsaufnahme — eine Reise zu Menschen an der Grenze der Demokratie.

Buch, Regie & Kamera: Simon Brückner · Produzent: Hubertus Siegert · Montage: Sebastian Winkels, Gesa Marten · Kinoverleih: Majestic · TV: 3sat, rbb · Berlinale Special 2022

Filmplakat Aus dem Abseits

Aus dem Abseits

Kinodokumentarfilm · 2015 · 112 Min.

Ein Dokumentarfilm über den Sozialpsychologen Peter Brückner, dessen Leben von Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht geprägt war — mit den Nazis, der sowjetischen Administration im geteilten Deutschland und den Behörden der Bundesrepublik. In den 1970er Jahren wird Brückner zur Symbolfigur der westdeutschen Protestbewegung. Dreißig Jahre später begibt sich sein jüngster Sohn Simon auf die Suche nach seinem Vater und findet eine Persönlichkeit mit multiplen Geheimnissen.

Regie: Simon Brückner · Buch: Simon Brückner, Sebastian Winkels · Kamera: Isabelle Casez · Schnitt: Sebastian Winkels · Kinoverleih: Missing Films · TV: 3Sat, rbb · Gewinner Deutschsprachiger Wettbewerb DOK.fest München · Grimme-Preis-Nominierung

Filmplakat Schöne blonde Augen

Schöne blonde Augen

Kinodokumentarfilm · 2009

Eine Gruppe Schauspieler mit geistigen Behinderungen entwickelt ein Bühnenstück zum Thema Geburt. Der Dokumentarfilm begleitet ihr Zusammenleben auf dem wendländischen Bauernhof terra est vita und ihre Probenarbeit bis zur Premiere an der Berliner Akademie der Künste. Aus den Eigenarten der Protagonisten ergeben sich berührende Verfremdungen, vor allem aber Momente voller Poesie auf und hinter der Bühne. Auf der Reise durch den Mikrokosmos der Terra verliert das Etikett „behindert" zunehmend an Eindeutigkeit. Schöne blonde Augen ist ein Film über Liebe, Identität und Erwachsenwerden, über Kommunikation jenseits des Sagbaren und die gewaltige Herausforderung des Spielens.

Regie: Simon Brückner & Anna Reinking · Kamera: Isabelle Casez · Schnitt: Christian Postl & Simon Brückner · Dramaturgie: Sebastian Winkels · Kinoverleih: Elementarfilm · TV: NDR

Als Editor & Dramaturgie

Filmplakat Politik ist persönlich

Politik ist persönlich

Dokumentarfilm · 2026 · 104 Min. · Regie: Indira Geisel

Montage (mit Sebastian Winkels) und Dramaturgische Beratung. Nominiert für den VIKTORIA DOK.deutsch Wettbewerb, DOK.fest München 2026. Weltpremiere.

„Großvater Alfred, der ‚Grand Senior der schwäbischen Sozialdemokratie', versteht die Welt nicht mehr. Sein Sohn Thomas Geisel, früherer SPD-Oberbürgermeister von Düsseldorf, wechselte einfach das Lager und schloss sich Sahra Wagenknechts BSW an. Zwischen Strategieaushandlungen, Feminismus-Debatten und Toskana-Urlaub offenbart sich Wahlkampf als Familienbetrieb." Ina Borrmann, DOK.fest München
Filmplakat Talking Money

Talking Money

Kinodokumentarfilm · 2017 · 85 Min. · Regie: Sebastian Winkels

Dramaturgie. Von der Beraterseite des Bankentischs aus wirft Sebastian Winkels einen Blick auf die unsichtbare Macht des Kapitals. Ohne Basel III oder internationale Finanzkrisen zu erklären, lässt er den Zuschauer an einem tragikomischen Machtspiel teilhaben, bei dem Bluff und Pokerface zum guten Ton gehören.

Bücher (Auswahl)

Als Autor & Herausgeber

Buchcover Das verordnete Schweigen

Das verordnete Schweigen

Sachbuch · Osburg Verlag · 2024

Von Sokrates bis Solidarność, von Galilei bis zu Trumps Twitter-Konto, vom Verbot der „Lady Chatterly" und von Monika Maron bis zum Sensitivity Reading. Nicht zuletzt angesichts von Cancel Culture, Filterblasen, Fake News und Hate Speech ist Zensur ein virulentes Thema, um nicht zu sagen: ein Dauerbrenner. Zensiert wurden und werden nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Skulpturen, Songs und Fotos. Die legitime Debatte darüber, wo die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit verlaufen, hat jüngst wieder Fahrt aufgenommen. In mehr als zwanzig dramatischen Falldarstellungen beleuchten Autorinnen und Autoren die Motive, Funktion und Auswirkungen von Zensur, aber auch kreative Widerstände gegen sie.

Hrsg. gemeinsam mit Barbara Sichtermann und Jens Johler

Hörfunk (Auswahl)

Als Autor

Die Zusage

Feature · 2026 · 43'39

Afghanische Geflüchtete nach der Migrationswende. Besonders gefährdeten Afghaninnen und Afghanen sagte die Bundesregierung 2021 die Einreise zu. Vier Jahre später sitzen noch immer mehr als 2000 von ihnen in Pakistan fest und fürchten um ihr Leben. Wie kann es sein, dass eine Zusage scheinbar nichts mehr wert ist?

Von Simon Brückner und Michael Mai · Regie: Roman Ruthardt · Dramaturgie: Nele Dehnenkamp

Die Rechte ist da, aber sie hat keine Gesellschaftstheorie mitgebracht

Essay und Diskurs · 2025 · ca. 30 Min.

Was denkt die Rechte, wenn sie nicht gerade Wahlkampf macht? Der Essay geht dieser Frage nach — nicht in Parteiprogrammen und Telegram-Kanälen, sondern in der Literatur. Von Botho Strauß über Jean Raspail und Michel Houellebecq bis zu Chuck Palahniuk und Uwe Tellkamp: Eine Spurensuche nach den Bildern gelingenden Lebens, die der rechte Geist entwirft — und nach den Gründen, warum er dabei keine systematische Gesellschaftstheorie hervorbringt, sondern Dichtung.

Von Simon Brückner und Barbara Sichtermann